Gästebuch-animiert
Urlaub

Zuletzt aktualisiert am 01. Nov 2010

URLAUB – was für ein Wort. Ich kenne kaum ein anderes, das meinen Ohren mit herrlicherem Klang schmeicheln kann. Als Kind dachte ich wahrscheinlich eher an Blätter von Bäumen aus der Dinosaurierzeit: Ur-Laub. Mein Schülerdasein wurde damals noch vom ähnlich hinreißenden Wörtchen FERIEN verzückt. Nun aber ist es URLAUB. Ich bin ganz klar ein Mensch, der arbeitet um zu leben und nicht umgekehrt. Das heißt, wenn ich auch leben könnte ohne zu arbeiten, würde mir das kein bisschen schwer fallen. So aber hangel ich mich von einem Urlaub zum nächsten und finde die Zeit dazwischen immer endlos lang.

Schon seltsam, dass ich das Gefühl habe, unser Sommermärchen mit der WM in Deutschland sei gerade mal ein paar Wochen her, dabei sind es schon wieder vier Jahre, und mein Arbeitstag heute brauchte gefühlte drei Wochen, ehe er endlich vorüber war. Aber jetzt ist er schon wieder fast am Ende des Tunnels zu sehen, mein Lieblingsurlaub, der im Sommer. Und ich fange schon wieder damit an, die Tage zu zählen, es sind noch 33.

Gerade zur Zeit, wo wir jeden Tag mit gefühlten 50° Grad verwöhnt werden und nachts das Schlafzimmer nur unmerklich kühler ist, kann es des öfteren passieren, dass ich irgendwo völlig dehydriert in einer Ecke liege und ein fast unverständliches „ichhhh brrr… brrrauchhhhe… Uuuuuuuurrrrrrrrlauuuuuuuuuuuuubah!“, vor mich hin röchle.

Nun gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, wie man diese schönste Zeit des Jahres verbringen kann. Manche finden nichts erhebender, als auf hohe Berge zu steigen,  einige sollen es sogar lieben, davon hinunter zu fallen. Andere ziehen ruhelos von Ort zu Ort und versuchen, so viel wie nur irgend möglich zu sehen. Manchen ist es völlig egal, wo sie hinfahren, Hauptsache es sind genügend Freunde dabei, um jeden Tag Party zu machen. Für einige ist es das absolut Größte, den Zeitraum zwischen Kater und Vollrausch so gering wie möglich zu halten. Andere finden die Fahrt zum Ziel (zum Beispiel mit dem Motorrad) schöner als das Ziel selbst.

Für mich gibt es nur eins: Frau, Kind und Klampfe einpacken und nichts wie ab ans Meer. („Papa, wie lange dauert es denn noch, bis wir da sind???) 14 Stunden hinterm Steuer, die Augen schon ganz glasig vom Schlafentzug, der Nacken steif, alles andere schlaff und neben mir eine vor sich hin murmelnde angeschlagene Schönheit: „Bitte kein Stau mehr, bitte bloß keinen Stau mehr!“

Trotzdem – schon einen Tag später verschwende ich keinen Gedanken mehr an die Fahrt und beantworte die tags zuvor noch bleischwer auf mir lastende Frage: Ist es das wert?, ganz klar mit: „Aber obernatürlich!“ Was kann denn schöner sein auf dieser Welt, als am Strand in der Sonne zu sitzen, ein leichter Wind streichelt meine Haut und mein Blick streift über dieses mächtige, ruhige, ewige, erhabene, tiefe, endlose, blaue, schaukelnde, schaumende, plätschernde uralte Meer. Ich kann richtig fühlen, wie sich meine Batterien wieder aufladen, wie all der Ärger des Alltags immer kleiner wird und schließlich verschwindet. Es ist so riesengroß und gehört mir, mir ganz allein! Na gut, ich bin ja nicht so, ich teile es mit euch!

 

zurück zu Blog

[Urlaub]